Freitag, 14. Dezember 2012

Story: "Eine Frage der Disziplin" - Anwalt und Rallyfahrer



Africa Race - eine Frage der Disziplin




„ATTACKE MANDA!“ ( zu deutsch: "Angriff – Männer!")

Das ist das erste, was wir zu hören bekommen, als wir frühmorgens in Graz vor dem Anwesen des „österreichischen Rechtsanwalts, Abenteurer und Rallyefahrer“ (so meint es Wikipedia) ankommen.
Überrascht und neugierig geworden, wer da „Manda“ zum Angriff aufruft, klopfen wir an der weißen Tür, die vom überdachten Vorplatz in das großzügig angelegte Haus führt.

Zugegeben, wir sind nicht angemeldet und der Hausbesitzer weiß nicht, dass wir vor der Tür stehen, aber wir haben vor einigen Tagen erfahren, dass sich der Grazer Rechtsanwalt einer schier unglaublichen Herausforderung stellen wird und heute die letzte Möglichkeit ist, Mensch und Maschine gemeinsam abzulichten:

Wenn Christian Horwath am 27. Dezember 2012 in Paris mit seiner neuen Yamaha an den Start geht, dann folgt er den Spuren von Thierry Sabine, dem Begründer der originalen Rallye Paris-Dakar. 
In zwölf Etappen mit nur einem Ruhetag (der eigentlich keiner ist, da 400 KM Verbindungsetappe gefahren werden) führt die rund 6300 Kilometer lange Route durch fünf Länder: Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien und Senegal. Die Strecke hat bereits Motorsportler wie Stephane Peterhansel, Richard Sainct, Marc Coma oder Cyril Despres alles abverlangt und zu Helden geadelt. Andere Helden sind tragischerweise auf dieser Strecke ums Leben gekommen, wie zuletzt der mehrfache Sieger Fabrizio Meoni. 

Die erste Rallye Dakar wurde am 26. Dezember 1978 in Paris gestartet und endete am 14. Januar 1979 in Dakar. Gründer der Veranstaltung war der Franzose Thierry Sabine. 

Inspiriert hatte Sabine die Teilnahme an der Rallye Abidjan-Nizza, auf der er sich 1977 mit seinem Motorrad in der libyschen Wüste verirrte. Sabines häufig zitiertes Motto lautete „If life getsboring, risk it!“ – er selbst kam am 14. Januar 1986 bei einem Hubschrauberabsturz in einem Sandsturm während „seiner“ Dakar-Rallye ums Leben. Zum Gedenken an ihn wurde ein Hügel, auf dem ein kleines Bäumchen und etwas Buschwerk wachsen, in Arbre Thierry Sabine benannt.

2008 fand die Rallye Dakar erstmals in ihrer 30-jährigen Geschichte nicht statt. Am 4. Januar, nur einen Tag vor dem geplanten Start in Lissabon, sagte der Veranstalter aufgrund einer dringenden Reisewarnung der französischen Regierung den Wettbewerb ab. Neben dem Mord an vier französischen Touristen, am 24. Dezember 2007, und einem tödlichen Überfall auf drei Soldaten an der Grenze zu Algerien, habe es auch eine Terrordrohung gegen die Rallye selbst gegeben.
Als Konsequenz aus der Terrordrohung und der darauffolgenden Absage des Jahres 2008 fand die Rallye Dakar im Jahr 2009 nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika statt.

Auf Horwath warten neben dem sportlichen Wettkampf höchste Ansprüche an die physische wie psychische Belastbarkeit. Lange Stunden durch tiefes Geröll, eiskalte Nächte unter dem Gefrierpunkt und schweißtreibende Dünenritte durch die Sahara stehen auf dem täglichen Etappenplan. Die Wurfzelte bieten gerade mal Schutz vor den schlimmsten Wettereinflüssen, das technische Equipment ist auf das Nötigste reduziert, das Abenteuer umso größer.

Die Tür wird geöffnet und vor uns steht Christian Horwath. Der erste Eindruck:
Durchtrainiert, wache blaue Augen und ein sympathisches Grinsen.

Nach einer kurzen und herzlichen Begrüßung holt uns Horwath ins Haus. Ich frage ihn: „Was war das eben – Attacke Manda?“

Horwath: „Ach, wir schrauben gerade das Moped fertig und da ist ein wenig Motivation genau passend.“, sagt‘s und gibt den Blick auf das „Moped“ frei:
Wir sehen etwas, das ein wenig nach Motorrad aussieht, aber weit von dem entfernt scheint, was wir als Offroad-Bike kennen. Aber dazu später noch mehr...

Was wir noch sehen, ist ebenso weit entfernt von dem, was wir als normale Motorradwerkstatt kennen:
Über ein paar Stufen geht es runter in den Werkstattbereich. Der Boden ist mit hellen Fliesen ausgelegt, die Wände sind in weiß gestrichen und in einer der Ecken sind jeweils über die halben Flächen der Wände Natursteine eingearbeitet. Sieht ein wenig aus, wie eine große Empfangslobby und nicht wie eine Werkstatt. Der Raum ist sehr gut durchleuchtet (was unseren Fotograf Wolfgang freut) und außergewöhnlich hoch.

Alles ist blitzblank, das „Moped“ (eine Yamaha W450R in einer einzigartigen Konfiguration) steht ohne Verkleidungsteile in der Ecke mit den Natursteinen – umgeben von Palmen (ein bisschen zur Einstimmung – Afrikafeeling!) und allerlei Ersatzteilen, Reifen und Verpackungen.
Mit dabei ist Martin Johannes Rabenlehner, ebenfalls Rallyefahrer und auch ein Teilnehmer der kommenden Africa Eco Race Rallye, der gerade an der Yamaha herumschraubt.







Das Bike muss fertig geschraubt werden um rechtzeitig zum Startort in Frankreich gebracht zu werden.
Und nicht nur das Bike, auch die restlichen Utensilien müssen penibel in zwei Metallboxen gepackt werden um auf die Reise gehen zu können. 
Wer nun glaubt es handelt sich dabei um Kisten in der Größe von Überseekoffern, der irrt: es sind Metallboxen in der Größe eines Reisekoffers und da muss dann alles rein, was man braucht und brauchen könnte – also kein Teil zu viel und keines zu wenig.

Soweit der erste Eindruck.

Wer ist Christian Horwath eigentlich und: was ist es, das ihn antreibt, auf der gefährlichsten Offroad-Strecke der Welt (mehr als 60 Opfer hat diese Rally schon gefordert) nicht nur dabei zu sein, sondern vorne mitfahren zu wollen?

Seit Jahren trainiert der "Flying Advocate" in Kondition, Technik und Navigationskenntnissen, um nicht nur auf der „Road to Dakar“ mit dem nötigen Rüstzeug unterwegs zu sein, damit am Ende des Wahnsinns auch tatsächlich die Ankunft am Lac Rose in der Hauptstadt des Senegals steht.




Eine ganze Reihe von Erfolgen bei legendären Rallyes hat Christian Horwath schon auf seinem Konto stehen:

  • 2008: Erstmalige erfolgreiche Teilnahme an der Rallye Dalmatia
  • 2009: Rallye Dalmatia 3. Platz in der Teamwertung
  • 2009: Rallye "Heroes Legend" von Paris nach Dakar 3. Platz in der Einzelwertung und der Gesamtsieg in der Teamwertung
  • 2012: Tuareg Rallye in Marokko 2. Platz und Gewinner des "Blue Tuareg Head"
  • 2012: Rallye Dalmatia 3. Platz in der Einzelwertung



und noch eine ganze Reihe weiterer Spitzenplatzierungen.

Wir wollen wissen, wie ein sehr erfolgreicher Anwalt auf die Idee kommt, an den gefährlichsten Rallyes der Welt teilzunehmen:

Frage: „Christian, wie bist Du auf die Idee gekommen, Rallyes zu fahren, was treibt Dich an?“
Christian Horwath: „Schau, jeder hat seinen Vogel. Das ist meiner: ich liebe die Herausforderung und es ist auch schön, wenn man als Amateur vorne mitfährt.“
Frage: „Die legendäre Rallye Dakar, die ja jetzt ‚Africa Eco Race‘ heißt, ist ja allgemein als die härteste Rallye anerkannt, die man mit dem Motorrad fährt. Wie lange hast Du Dich darauf vorbereitet und wie?“
Christian Horwath (lacht): „Jahrelang schon – im Ernst: das ist die ultimative Challenge und kein Kindergarten. Da musst schon extrem gut vorbereitet sein. Kopf und Körper müssen da extrem fit sein.“
Frage: „Wieviel trainierst Du dafür?“
Christian Horwath: „Weniger als ich möchte – so drei bis vier Mal die Woche. Aber ich habe ja auch einen Beruf, der mir Spass macht und den ich ausüben darf. Das muss ich unter einen Hut bringen.“






Stimmt, Christian Horwath ist hauptberuflich nicht Rallyefahrer, sondern Rechtsanwalt bei der „Greiml & Horwath Rechtsanwaltspartnerschaft“ in Graz.
Und auch das ist er sehr erfolgreich und innovativ: seine Kanzlei ist eine der wenigen, die Rechts- und Steuerfragen quasi zugleich abhandeln darf.
Außerdem ist er Universitäts-Lektor und wie uns seine Freunde verraten haben, begeisterter Musiker.

„Wie lässt sich das denn vereinbaren: Rechtsanwalt und Extremsportler als Rallyefahrer?“, wollen wir wissen.

Christian Horwath: „Da gibt es viele Parallelen: in beiden Bereichen musst Du sehr gut vorbereitet sein, voll konzentriert sein und ein gute Strategie haben. Und eine lange und schwierige Verhandlung, die sich über mehrere Monate streckt, kostet nahezu eben so viel Substanz, wie eine harte Rallye.
Da hilft mir zum Beispiel das harte Training für die Rallyes auch sehr viel bei meinem Beruf als Anwalt: hast Du eine gute Kondition, dann kannst Du auch nach einem langen Tag vor Gericht noch den Ausführungen und Erklärungen der Prozessgegner voll konzentriert folgen, ohne körperlich und damit auch geistig abzubauen. Und Du lernst die Disziplin, auch dann vollkonzentriert bei der Sache zu bleiben, wenn alles in Dir nach Pause schreit. Und ähnlich wie bei einer schwierigen Rallye brauchst Du auch in einem Prozess eine Strategie, die Dich zum Erfolg führen soll.“

Das bringt uns zu einem Punkt, der uns in den Recherchen extrem wichtig war: die Strategie.

Gerade ist in ja in aller Munde, dass die „Benzinbrüder“ Moretti und Bloeb mit Unterstützung von Red Bull auch an der legendären Rallye teilnehmen werden.
Und da wird geklotzt nicht gekleckert:
Ein voller Teamtross steht zur Verfügung, ein ausgeklügeltes Rund-um-Service inklusive, das Training unter der Leitung bekannter Rallyelegenden an allen möglichen Plätzen der Welt, alles vom Feinsten und vom Besten.
Die Benzinbrüder haben sogar sogenannte Wasserträger (erfahrene und erfolgreiche Rallyefahrer), die die Aufgabe haben, hinter den Fahrern herzufahren und im Falle des Falles auszuhelfen. Sei es nun, dass ein Ersatzteil unterwegs notwendig ist, oder sich der Fahrer „vernavigiert“  - dann muss der Wasserträger aushelfen.

Wie ist das bei Christian Horwath?

„Na, da sind schon extreme Unterschiede: Während bei einem Werksteam – auch wenn es ‚nur‘ Amateure betreut, alles vororganisiert wird, müssen wir das alles selbst machen. Wir, das sind in dem Fall mein Freund und ebenfalls Teilnehmer an der Rallye Martin Johannes Rabenlehner und ich. Wir fahren zum Beispiel zwar nicht als Team, haben uns aber die Aufgaben der Organisation des Rennens aufgeteilt. Martin hat die Flüge, Unterbringung, den Transport usw. organisiert und ich habe mich um Ersatzteile, die speziellen Reifen, etc. gekümmert.
Einen eigenen Mechaniker haben wir nicht – diese Ressource teilen wir uns mit einigen anderen Teilnehmern aus Kostengründen.
Auch gibt es keinen Begleittross, der nur uns zur Verfügung steht, oder gar Wasserträger, die uns während der Rallye helfen.
Auch die Bikes werden von uns selbst aufgebaut und vorbereitet. In einem „Werks-Team“ musst Du Dich als Fahrer um das alles nicht kümmern. Genausowenig wie als Berufsfahrer. Aber wir sind ja keine Berufs-, oder Werksteamrallyefahrer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als sich für die Rallyes vorzubereiten. Wir haben eben auch unseren Beruf, den wir ausüben müssen und der uns die Teilnahme an den Rallyes erst ermöglicht.“

Frage: „Wenn die Vorteile der Werksteams jetzt so überwiegend sind, warum glaubst Du dann an die Möglichkeit eines Sieges?“

Christian Horwath: „An einen Podestplatz glaube ich nie, das ergibt sich einfach, und: Geld alleine gewinnt keine Rallyes. Da gehört schon viel mehr dazu: während der Rallye bist Du alleine auf Deinem Bike- ein paar hundert Kilometer unter unglaublichen schweren Bedingungen. Die kann Dir auch das größte Team nicht abnehmen – da musst Du alleine durch. Und Du brauchst eine gute Strategie – und die kostet kein Geld, sondern kommt aus der Erfahrung und Deinem persönlichen Einsatzwillen.
Natürlich wird es extrem schwierig, wenn Du als Fahrer ohne Werksteam eine Panne nach der anderen  mit dem Bike hast. Da sind dann sehr schnell alle Ressourcen aufgebraucht und Du bist raus. Und vor Materialpannen bist Du nie gefeit. Das ist wie bei Gericht und auf hoher See: da ist alles möglich.
Unser Vorteil ist, dass wir nicht nur mit Speed alleine trumpfen, sondern auch mit echt guter Kenntnis in der Navigation. Das können viele Fahrer ganz einfach nicht in dem Ausmaß. Komm, ich zeig Dir was...“, sagt Horwath und bringt uns zum „Moped“.

Vor uns steht eine Yamaha W450R, die allerdings mit einer vom Werk kommenden Maschine nicht mehr viel gemein hat.

Da gibt es einen Tank, der um die ganze Maschine herum gebaut ist und für eine Reichweite von rund 600 bis 650 km sorgen soll. Oder der ganze Vorbau der Yamaha, der oberhalb der Lichtanlage vollgestopft ist mit Elektronik vom Feinsten: Navigationsgeräte, Ortungssysteme und noch einige Schmankerl mehr, die das Bike einzigartig machen.









Christian Horwath: „Da hast Du das Roadbook vor Dir“ und zeigt dabei auf einen gläsernen Kasten in der Mitte des Lenkers, „da stehen die Angaben, wohin die Reise geht. Zum Beispiel, in wie vielen Kilometern Du wie viele Grade in eine bestimmte Richtung einlenken musst. Wenn Du Dich da verhaust, dann verlierst Du wertvoll e Zeit, die Du unter Umständen nicht wieder aufholen kannst. Wenn Du nun mit 130 oder 140 Sachen stehend durch die Wüste jagst, voll konzentriert bist auf die nächste Überraschung hinter der nächsten Düne, dann musst Du schon wirklich gut drauf sein, um nicht nur das Roadbook im Auge zu haben, sondern um es auch rasch zu verstehen und umsetzen zu können. Dabei helfen Dir diese Anzeigen hier ein wenig“ und zeigt dabei auf einige kleine Displays oberhalb des Roadbooks.
„In der Wüste gibt es eben keine Hinweisschilder, wohin es weiter geht. Das musst Du Dir anhand der Daten schon selbst während des Fahrens herausarbeiten – und das die ganze Zeit über. Ich zeig Dir mal ein ‚kleines‘ Roadbook, damit Du verstehst was ich meine“, sagt Horwath und geht in einen Nebenraum der Werkstatt, um so ein Roadbook zu holen.

In der Zwischenzeit erzählt uns Martin Rabenlehner, dass ihn die bevorstehende Rallye auch schon zu schlaflosen Nächsten gebracht hat:
„Das ist die Challenge schlechthin. Ich habe da schon Albträume gehabt, weil die Organisation der Rallye unglaublich schwierig ist. Zum Beispiel hast Du echte Probleme, wenn Du das Moped zu Schrott fährst: da wird es dann schwierig um aus dem Land wieder rauszukommen, ohne der Maschine. Echt, das sind so Herausforderungen, die ganz schön zu schaffen machen.“ Und schraubt an der Maschine weiter, denn „die geht heute noch auf den Transport!“.




Christian Horwath kommt mit einer kleinen Rolle Papier zurück und fängt an, diese aufzurollen. Es ist das Roadbook einer kurzen Rallye, das ist die Papierrolle die dann in den Glaskasten eingespannt wird und manuell weitergescrollt werden muss.
Aufgerollt halten wir es dann zwischen uns und sehen eine Reihe von Zahlen, Angeben und Zeichen, die uns so nichts sagen. Manchmal erhält man dieses Roadbook auch als Loseblattsammlung und muss es selbst händisch zusammenkleben.
Horwath zeigt auf eine Stelle und erklärt: „Hier hast Du zum Beispiel zwei Kilometer Zeit bis zur nächsten Anweisung. Das ist eigentlich genug Zeit um sich darauf einzustellen, aber hier“ und zeigt dabei hintereinander auf eine Reihe von Einträgen, „hast Du gerade mal ein paar hundert Meter oder weniger Zeit, um im vollen Tempo darauf zu reagieren. Und auswendig lernen ist hier nicht drinnen – da kannst Du Dir nur Eckpunkte merken, weil das Roadbook bekommst Du erst kurz vor dem Start.“





Es ist ein völlig neues Bild, das da vor unseren Augen entsteht: nichts romantisches, sondern gefährlich und alleine kaum zu bewältigen.

Frage an Christian Horwath: „Wenn das so gefährlich und schwierig ist, warum machst Du das dann?“

Christian Horwath: „Das ist nicht so schlimm, denn erstens kenne ich meine Grenzen sehr gut und werde nicht darüber hinausgehen und zweitens bin ich nicht in der Situation, gewinnen zu müssen, um meinen Gehaltsscheck zu bekommen. Das ist wie in meinem Beruf als Anwalt: auch da kommt es immer wieder zu unvorhergesehenen Wendungen in einem Prozess, wo Du grundsätzlich nicht darauf im Detail vorbereitet sein kannst. Aber mit Erfahrung und Disziplin meistert man das dann. Und auch da kenne ich meine Grenzen und Möglichkeiten. Da wie dort erweitern sich diese Grenzen natürlich ständig, aber hasardieren gibt es da wie dort keines. In beiden Fällen geht es um Schicksale: In der Rallye um mein eigenes, in einem Prozess möglicherweise um das von vielen. Dieser Verantwortung trage ich Rechnung – als Rallyefahrer und als Anwalt. Ich war zum Beispiel auch schon dran, die heurige Rallye nicht zu fahren, weil in der Vorbereitung einige Dinge nicht auf Anhieb geklappt haben. Ich weiß, dass ich in Dakar ankommen kann, aber sicher nicht um jeden Preis.“

In der Zwischenzeit ist das Moped fast fertig gemacht für den Transport und hat auch schon ein „Gesicht“ bekommen. Schön ist sie, die Yamaha vom „Flying Advocate“ und irgendwie sieht sie hungrig aus, so als wolle sie die Rallye schon bei Start für ihren Rider gewinnen.

Das „Moped“ ist in Wahrheit eine Art hochmotorisiertes und hochtechnisiertes schweizer Messer mit Überlebenspaketen, Ersatzteilen an Bord auf engstem Raum verbaut und – man staune – einer Straßenzulassung!




„Das ist Grundvoraussetzung, damit Du überhaupt mitfahren kannst – wegen der Versicherung.“, sagt Christian Horwath auf meine Frage, wie das Teil durch die Typengenehmigung gekommen ist. Da ist alles typisiert! „Und du brauchst nicht nur eine Nummer für das Motorrad, als Fahrer brauchst du selbst auch eine Sportlizenz, sonst darf man nicht mitfahren. Die Lizenz bekommt man erst nach einem Gesundheits-Check beim Facharzt“!




Was wir bei unserem Besuch bei Horwath feststellen konnten, ist eine hochprofessionelle Einstellung, die nichts mit dem Begriff „Amateur“ zu tun hat. Auch seine Strategie – die wir an dieser Stelle nicht verraten wollen – ist bis ins kleinste durchdacht und überzeugt uns, dass er es mit der Weltelite bei der Rallye aufnehmen kann, wenn Mensch und Maschine durchhalten.

Christian Horwath grinst dazu: „ Alles eine Frage der Disziplin.“




Alsdann: auf zur Rallye Africa Eco Race mit den besten Wünschen von uns allen!

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